Wer sein Handgepäck packen will, entscheidet vor allem über zwei Dinge: was in die Kabine mitkommt und wo es im Gepäckstück liegt. Ins Handgepäck gehört alles, was Sie auf dem Weg brauchen oder was im aufgegebenen Koffer verloren gehen könnte. Zugleich muss es so liegen, dass Sie an der Sicherheitskontrolle nicht den ganzen Trolley ausräumen.
Für Flüssigkeiten, Powerbanks und spitze Gegenstände gelten feste Regeln für das Handgepäck beim Fliegen, die Sie vor dem Packen kennen sollten. Hier geht es darum, was hineingehört, in welcher Reihenfolge Sie packen und wie Sie Platz sparen.
Bevor Sie das Handgepäck packen: Maße und Tarif klären
Größe und Gewicht legt die Fluggesellschaft fest, und je nach Tarif ist nur ein kleiner persönlicher Gegenstand für unter den Vordersitz enthalten. Prüfen Sie deshalb zuerst in der Buchung, ob ein Kabinentrolley dabei ist oder nur eine Tasche. Die Handgepäckmaße von 16 Airlines zeigen, wie stark sich die Vorgaben unterscheiden. Erst wenn das Format feststeht, lohnt sich das Packen, sonst räumen Sie am Ende alles wieder um.
Planen Sie außerdem ein, dass ein voller Kabinentrolley am Gate manchmal doch in den Frachtraum muss. Wertsachen, Akkus und Medikamente gehören deshalb in eine kleine Tasche, die Sie in diesem Fall herausnehmen und mit an Bord nehmen.
Was ins Handgepäck gehört: die Checkliste
Die folgenden Gruppen decken fast jede Flugreise ab. Streichen Sie, was Sie nicht brauchen, statt auf Verdacht alles mitzunehmen.
Dokumente und Zahlungsmittel
Reisepass oder Personalausweis, bei Bedarf Visum
Bordkarte, digital oder ausgedruckt
Buchungsbestätigungen für Unterkunft und Mietwagen
Krankenversicherungskarte und Nachweis der Auslandskrankenversicherung
Kreditkarte, Bankkarte und etwas Bargeld in der Landeswährung
Kopien der wichtigsten Dokumente, getrennt von den Originalen
Dokumente und Geld kommen nie in den aufgegebenen Koffer. Eine flache Dokumentenmappe oder eine Brusttasche hält alles zusammen, was Sie an Check-in, Kontrolle und Gate mehrfach vorzeigen müssen.
Elektronik und Ladezubehör
Smartphone, Tablet, Laptop, Kamera und E-Reader reisen in der Kabine, weil sie im Frachtraum beschädigt werden oder verschwinden können. Ersatzakkus und Powerbanks dürfen grundsätzlich nur ins Handgepäck. Packen Sie Ladekabel und Netzteil in eine kleine Tasche, damit Sie nicht an jedem Gate nach dem richtigen Kabel suchen. Für Reisen außerhalb Europas gehört ein passender Reiseadapter dazu.
Flüssigkeiten im Ein-Liter-Beutel
Laut Bundespolizei zur Mitnahme im Flugzeug dürfen Flüssigkeiten nur in Behältern bis 100 Milliliter mit, gemeinsam in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel mit einem Liter Fassungsvermögen, ein Beutel pro Person. Dazu zählen auch Zahnpasta, Cremes, Gels, Sprays und Lippenpflege in flüssiger Form. Feste Produkte wie Seifenstücke, festes Shampoo oder ein Deostick sparen Platz im Beutel.
Ein fester, durchsichtiger Kulturbeutel mit Reißverschluss hält auf vielen Reisen und öffnet sich an der Kontrolle schneller als ein dünner Gefrierbeutel. Achten Sie auf ein Volumen von einem Liter, größere Taschen werden an der Kontrolle nicht akzeptiert.
Alle Medikamente, die Sie unterwegs oder in den ersten Tagen brauchen, gehören in die Kabine, am besten in der Originalverpackung. Flüssige Medikamente über 100 Milliliter sind erlaubt, wenn Sie sie während der Reise benötigen. Den Bedarf müssen Sie dann glaubhaft machen, etwa mit Rezept oder Attest. Für Reisen außerhalb Europas hilft eine ärztliche Bescheinigung auf Englisch.
Wechselkleidung
Kommt der Koffer verspätet an, überbrücken ein frisches Shirt, Unterwäsche, Socken und eine bequeme Hose die ersten ein bis zwei Tage. Bei Umstiegen mit Übernachtung oder Reisen zwischen Klimazonen gehört eine dünne Jacke oder ein Pullover dazu.
Komfort für den Flug
Kopfhörer, bei langen Flügen mit Geräuschunterdrückung
Nackenkissen, Schlafmaske und Ohrstöpsel
leere Trinkflasche, die Sie nach der Kontrolle auffüllen
trockene Snacks wie Nüsse, Cracker oder Müsliriegel
Buch, E-Reader oder heruntergeladene Filme und Podcasts
Bei Snacks lohnt ein Blick auf die Einfuhrregeln des Ziellands. Manche Länder verbieten frisches Obst, Fleisch oder Milchprodukte im Gepäck, was Sie an Bord nicht gegessen haben, müssen Sie dann vor der Einreise entsorgen.
Die richtige Reihenfolge beim Packen
Ein Kabinentrolley lässt sich in drei Zonen denken. So kommen Sie an der Kontrolle an alles heran, ohne dass der Rest auseinanderfällt.
Unten an den Rollen: Schuhe und schwere Dinge, damit der Trolley nicht kippt.
In der Mitte: gerollte Wechselkleidung und Pullover, die Lücken füllen und Elektronik polstern.
Oben oder im Außenfach: Flüssigkeitsbeutel und Laptop, die Sie an der Kontrolle einzeln vorzeigen.
Dokumente, Bordkarte, Telefon und Geld tragen Sie am Körper oder in der kleinen Zusatztasche. Dann müssen Sie den Trolley bis zum Sitzplatz gar nicht mehr öffnen.
Platz sparen im Handgepäck
Rollen Sie Shirts, Unterwäsche und dünne Hosen, das nutzt den Raum besser als Stapeln und lässt sich gut in Lücken schieben. Kleine Teile wie Socken passen in die Schuhe. Mit Packwürfeln und anderen Koffertaschen bleibt die Kabinentasche auch nach der dritten Kontrolle ordentlich, weil Sie nur noch einzelne Würfel herausnehmen.
Das schwerste Kleidungsstück tragen Sie am besten am Körper, etwa die Jacke oder die festen Schuhe. Das spart Gewicht und Volumen, vor allem bei Airlines mit acht Kilogramm Grenze. Wer eine ganze Woche nur mit Handgepäck reist, sortiert am besten mit einer Packliste für den Urlaub aus und nimmt nur Teile mit, die sich gut kombinieren lassen.
Typische Fehler beim Handgepäck
Flüssigkeiten vergessen: Eine große Sonnencreme oder ein Parfüm im Rucksack kostet an der Kontrolle Zeit und meist auch das Produkt.
Messer und Werkzeug: Taschenmesser, Scheren mit langer Klinge und Werkzeug gehören in den aufgegebenen Koffer.
Akkus im Koffer: Powerbanks und Ersatzakkus haben im Frachtraum nichts zu suchen, auch nicht, wenn der Trolley am Gate aufgegeben wird.
Zu voll gepackt: Ein prall gefüllter Trolley passt oft nicht in den Messrahmen, obwohl die Außenmaße stimmen.
Häufige Fragen zum Handgepäck packen
Was gehört unbedingt ins Handgepäck?
Ausweisdokumente, Bordkarte, Geld und Karten, Medikamente, Elektronik mit Ladekabel, Powerbanks und Ersatzakkus. Dazu kommen eine Garnitur Wechselkleidung und der Flüssigkeitsbeutel mit den wichtigsten Pflegeprodukten.
Wie packe ich Flüssigkeiten richtig ins Handgepäck?
Jeder Behälter darf höchstens 100 Milliliter fassen. Alle Behälter kommen zusammen in einen durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel mit einem Liter Volumen, den Sie an der Kontrolle separat vorlegen. Legen Sie den Beutel deshalb oben in den Trolley oder ins Außenfach.
Darf ich Essen ins Handgepäck packen?
Feste Lebensmittel wie Brot, Nüsse oder Riegel sind in der Regel erlaubt. Joghurt, Suppen und Aufstriche zählen als Flüssigkeit und fallen unter die 100-Milliliter-Regel. Achten Sie zusätzlich auf die Einfuhrregeln Ihres Ziellands.
Wie schwer darf das Handgepäck sein?
Das legt jede Fluggesellschaft selbst fest, häufig sind es sieben bis zehn Kilogramm für das Kabinengepäck. Ein leichter Koffer lässt Ihnen dabei mehr Spielraum für den Inhalt, eine kleine Kofferwaage zeigt vor der Abreise, ob es passt.
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